thinking about our future, education, user experience, social media, creativity, politics & some other stuff
Guter 5-Punkte-Plan
Tags: urheberrecht politik
Zum Thema Partizipation durch gute UX
Tags: ux partizipation research
Web search can be a remarkable tool for students, and a bit of instruction in how to search for academic sources will help your students become critical thinkers and independent learners.
With the materials on this site, you can help your students become skilled searchers- whether they're just starting out with search, or ready for more advanced training.
Ununi wäre ein MOOLE, denke ich ...
Annotations:Das wird irgend
Tags: foto recht urheberrecht visual_literacy
Tags: politik bürgerinitiative kommune tools
Tags: free education sponsoring
Tags: streetart la los angeles
Die re:publica 2012 ist beendet und ich durfte meinen Beitrag leisten - wie schön!
Unter dem Titel OPEN LEARNING – POWER TO THE PEOPLE widmete ich mich der Frage, welche bildungspolitischen Maßnahmen heutzutage erforderlich wären, wenn man
Dazu hatte ich einige Ergebnisse meiner Dissertation für das Zielpublikum etwas weiter geschraubt und einige Vorschläge unterbreitet, welche größeren Ziele die Zivilgesellschaft (also alle wir) sich stellen könnte oder vielelicht gar müsste.
Die Folien kann man sich hier durchklickern - und wenn wir Glück haben, ist die erfolgte Video-Aufzeichnung auch erträglich und ich reiche sie hier nach.
Das Wochenende steht vor der Tür und damit genügend Lesestoff zur Verfügung steht, habe ich Euch freundlicherweise etwas Text aufbereitet ;-)
Wer es in den letzten Jahren nicht mit verfolgen durfte: Ich hatte mich vor einigen Jahren entschieden, "im hohen Alter" eine Dissertation im bildungspolitischen Kontext anzugehen ... und: es ist endlich vollbracht! Die eigentliche Arbeit habe ich vor ca. 1 Jahr abgeschlossen, so dass manche Textpassage beinahe von der Realität überrollt wurde. Von den Kernergebnissen her und den daraus abgeleiteten Schlußfolgerungen inklusive gewünschtem Maßnahmenpaket klingt das Ganze in manchen Ohren aber weiterhin eher utopisch. Insofern finden wir bestimmt genügend Stoff zur weiteren Diskussion.
Das Buch trägt den Titel "UEBERflow: Gestaltungsspielräume für globale Bildung" und ist in verschiedenen Formaten verfügbar. Mit FrolleinFlow haben wir zudem eine Firma gegründet, die die theoretischen Erkenntnisse von UEBERflow in Praxis zu übersetzen hilft. Wir sind bereits an verschiedenen Bildungsprojekten beteiligt. Wer sich für den Kauf des Buches entscheidet, finanziert damit über unseren "Flow-Fonds" weitere kreative Projekte, die derzeit in unseren Schubladen schlummern. Unser Ziel ist es, v.a. den kreativen Exkludierten eine bildungspolitische Chance zu bieten, sich aktiv an der Netzwerkgesellschaft zu beteiligen. Die Einnahmen fliessen ohne Overhead in die Realisierung neuer Projekte! Wir werden dies transparent kommunizieren.
So, und wer sich nun für den eigentlichen Inhalt interessiert, dem sei zunächst die Kurzfassung ans Herz gelegt:
In der Dissertation wird der Frage nachgegangen, welche globalen bildungspolitischen Maßnahmen erforderlich sind, um auch bislang exkludierten Menschen den Kompetenzerwerb zu ermöglichen, der benötigt wird, eine positive User Experience in benutzergenerierten, digitalen Lernumgebungen auszubilden, damit sie an der modernen Weltgesellschaft selbstbestimmt teilhaben können. Zu diesem Zweck wurden Castells ‘Netzwerkgesellschaft’ und Csikszentmihalys ‘Theorie der optimalen Erfahrung’ als analytische Grundlagen zur Einordnung der sozialen Netzwerk-Aktivitäten herangezogen.Dies ermöglichte es, unter Rückgriff auf aktuelle Lerntheorien, Kompetenzdebatten, ökonomische Analysen des Bildungssystems und User Experience-Forschungen, einige individuelle und gesamtgesellschaftliche Voraussetzungen abzuleiten, um in der Netzwerkgesellschaft konstruktiv überleben zu können.
Mit Blick auf unterschiedliche sozio-kulturelle Bedingungen für persönlichen Flow im ‘space of flows’ liessen sich schließlich differenzierte Flow-Kriterien entwickeln, die als Grundlage für die Operationalisierung im Rahmen einer Real-Time Delphi (RTD)-Studie mit einem internationalen Expertinnen-Panel dienen konnten. Ziel war es, bildungspolitische Ansatzpunkte zu finden, den bislang Exkludierten bis zum Jahre 2020 erste Rahmenbedingungen zu bieten, damit sie potentiell teilhaben können an der Gestaltung der zukünftigen Netzwerkgesellschaft.
Das Ergebnis der Expertinnen-Befragung wurde unter Rückgriff auf aktuelle Global und Educational Governance-Studien und das Einflusspotenzial der Zivilgesellschaft auf den Digital Divide reflektiert. Vor diesem Hintergrund konnten abschließend vier bildungspolitische Verlaufsszenarien entworfen werden, die es ermöglichen könnten, bis 2020 die Kluft zu den global Exkludierten wenigstens etwas zu schließen.
Und hier geht's nun zum eigentlichen Buch:
Paperback: Bei Lulu erhältlich für 31,84€ (komplette Dissertation mit Anhang)
eBook: Bei Amazon erhältlich für 7,81€ (konzentriert auf die wesentlichen Ergebnisse, d.h. ohne methodischen Teil & Anhang)
URI: Auf dem Open-Access-Server der Uni Kassel erhältlich (als kostenfreie PDF)
Jetzt seid Ihr dran!
Im Rahmen der Open Education Week 2012 habe ich einen kurzen Text geschrieben, um die verschiedenen "offenen Bildungsangebote" etwas ehrlicher einordnen zu können. Open Courses, Open Educational Resources, Open Access und Open Irgendwas entsprechen modernen Entwicklungen, die man positiv als reformerisch beurteilen kann. Tatsächlich stellen sie notwendige Öffnungen klassischer formaler Institutionen hin zum informellen Sektor dar. Der Gap zwischen formalen Bewertungen und informellen Lernerfolgen wächst in einer Geschwindigkeit, mit dem auch klassische Bildungsanbieter konstruktiv umgehen lernen müssen, wollen sie nicht schon bald ad absurdum geführt sein.
Auch wenn sämtliche Open Education Initiativen als solche aus der Netz-Perspektive durchaus zu begrüssen sind: Welche Absichten verfolgen diese Initiativen, sich der Open-Bewegung anzuschliessen? Dieser Frage ging ich in einem englischsprachigen Beitrag nach, der als "Open Draft" eingestellt, sich offen kommentieren und diskutieren lässt.
Wer aktiv an dem Text mitschreiben (oder sprachlich korrigieren) möchte, darf gerne über Google um eine Schreib-Berechtigung bitten. Vielleicht lässt sich im kollaborativen Austausch ein unemotionaler "objektiver" Beitrag gemeinsam erstellen? Würde mich freuen!
OK, der Launch von http://udacity.com tourt seit ein paar Tagen durch die Web-Gazetten. Aber der Vortrag ist wirklich sehenswert und wie @jrobes zu recht anmerkt, auch sehr emotional.
Um die Kernaussage hier etwas modifiziert zu rezitieren: Das herrschende Bildungssystem lässt
die Professor/innen "smart" erstrahlen (wenn überhaupt) - ein modernes Bildungssystem sollte sich an den Lernwilligen weltweit orientieren. Sie sollten alle wesentlichen Inhalte kostenfrei nutzen dürfen, denn letztlich kommt es uns allen als Gesellschaft zugute, wenn diese Menschen "smarter" werden - und das bisherige Establishment weniger smart ...
Das Jahr neigt sich zu Ende und damit einher geht der Abschluss der aktuellen Projektrunde(n). Fast kommt es mir so vor, als schliesse sich ein Lebensabschnitt, der stark geprägt war von Forschungs- und Lehrtätigkeiten in klassischen Bildungsinstitutionen - wenn auch eVideo alles andere als "klassisch" organisiert war ;-)
Mit dem nächsten Jahr wird eduFutureCoaching komplett in FrolleinFlow aufgehen. Dort entwickeln wir seit geraumer Zeit verschiedene Ansätze in anderen Bildungskontexten - und es droht spannend zu werden. Die Herausforderung wird sein, unsere vielfältigen Ideen (quer) zu finanzieren - aber bislang sind wir noch zuversichtlich. Auf jeden Fall lassen sich diese Konzepte gut mit den gerade aufgesetzten Projekten verbinden:
Wie gesagt: Es bleibt spannend! Und, keine Angst: In diesem Blog werden wir weiter sporadisch über Bildungsthemen reflektieren oder über unsere Bildungsprojekte berichten. Stay tuned...
Derzeit finden einige in der Pipeline entwickelten Projekte langsam ihren Weg in die Öffentlichkeit. Ich hoffe, aus diesem entstehenden Mikroskosmos verbleibt am Ende mehr als eine wünschenswerte Sternschnuppen-Fanfare ...
Heute möchte ich das sich derzeit konstituierende Open-Source-Projekt oWrks vorstellen, dessen aktueller Stand angesichts seiner diversifizierten Entstehungsgeschichte recht interessant ist und in der Retrospektive eine ungewöhnliche Laufbahn vollzog.
Ganz am Anfang steht aus meiner Sicht das gemeinsam mit Martin Lindner vor fast 3 Jahren initiierte Projekt der Anonymen Nichtlernenden. Wir überlegten damals, wie eine sozio-technologische Unterstützung von lebenslang Selbstlernenden aussehen müsste, um den Lernprozess attraktiv zu gestalten und gleichzeitig aus den starren Institutionen heraus lösen zu können. Wir kamen überein, dass agile Lerngruppen vielleicht ein Weg sein könnten, hier einen dynamischen, kollaborativen Lernprozess anzustossen.
Um diesen Prozess exemplarisch durchzuspielen, initiierten wir eine in meinen Augen hochkarätige, berufstätige "Lerngruppe", die sich sehr heterogen zusammensetzte, insgesamt aber sehr erprobt war im kollaborativ willigen, asynchronen Online-Web-Working. Als gemeinsame Aufgabe setzten wir uns, eine Methode zum Getting Learning Done (GLD) zu entwickeln, die zukünftige Lerngruppen systematisiert durch ihren gemeinsamen Lernprozess geleiten könnte. Im Ergebnis kamen wir überein, dass jede kollaborative Gruppenarbeit ein gewisses Phasenmodell durchläuft, in der es unterschiedlicher technologischer Unterstützung braucht, um die einzelnen Menschen konstruktiv zu vernetzen bzw. ihre Arbeit gesellschaftlich anzubinden.
Derweil wir als GLD-Gruppe überlegten, wie wir nunmehr mit unseren Ergebnissen verfahren sollten, kam eine Studierenden-Gruppe von Medieninformatiker/innen auf mich zu, die eine Betreuung für ihr 2-semestriges Praxisprojekt suchten und im Bildungskontext sich einbringen wollten. Wir überlegten gemeinsam, ob es vielleicht passen könnte, auf den Erkenntnissen der GLD-Gruppe aufzubauen und so etwas wie eine agile Lernumgebung zu entwickeln. Nachdem wir uns auf einen groben Verlauf geeinigt hatten, ging es darum, die Studierenden erst einmal möglichst schnell in state-of-the-art Web-Leben einzuführen:
Im Ergebnis scheint die Erfahrung mit Basecamp als zentralem Projektmanagement-Tool die nachhallendste Prägung gewesen zu sein, ergänzt um weitere aktuelle Komponenten. Die entwickelte App umfasst
Das Ganze als Open-Source-Projekt angedacht, soll schon bald eine Installationsdatei öffentlich bereit gestellt werden, um darauf aufbauend eine dezentrale Community mit spielerischen Elementen optional aufsetzen zu können. Alles in allem also ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann (auch wenn bornierte Möchtegern-Ingenieur/innen hier die Nase rümpfen mögen angesichts so vieler trendiger Features, für die Nutzer/innen keine Programmierkenntnisse benötigen ...).
Da der Bldungsbegriff aus meiner Sicht ausgedient hat bzw. regelmäßig antiquierte Assoziationen weckt, haben wir uns nach Beendigung des eigentlichen Studierenden-Projektes entschlossen, der App einen anderen Namen zu geben, der den Kern besser zum Ausdruck bringt: oWrks steht also experimentierfreudigen Projekt-, Lern- und Arbeitsgruppen bald zur Verfügung, sich spielerisch und systematisiert durch ihre Grupenarbeit führen zu lassen. Ich selbst werde es jetzt im aktuellen eVideo-Kurs erstmals testen, während das verschlankte oWrks-Team an der Weiterentwicklung arbeitet. Wir sind alle gespannt, wohin uns die zukünftige Reise trägt. Weitere Informationen finden sich dann im oWrks-Blog. Stay tuned!
Und hier eine aktuelle Demo der App:
Aus welchem Jahr stammt dieses Zitat:
"Das Medium oder der Prozess unserer Zeit (...) veraendert die Form und Struktur sozialer Beziehungsmuster und alle Aspekte unseres Privatlebens. Es zwingt uns, praktisch jeden Gedanken, jede Handlung und jede Institution, die bisher als selbstverstaendlich galten, zu ueberdenken und neu zu bewerten. Alles veraendert sich - du, deine Familie, deine Nachbarn, deine Ausbildung, deine Arbeit, deine Regierung, deine Beziehung zu "den anderen". Und die Veraenderungen sind gravierend.
(...)
In Zeiten bedeutender technologischer und kultureller Umbrueche entstehen unweigerlich grosse Verwirrung und ein Gefuehl tiefer Verzweiflung. Wir leben vor allem deswegen im "Zeitalter der Angst", weil wir versuchen, die Aufgaben von heute mit den Mitteln und Methoden von gestern zu bewaeltigen.
Die Jugend findet sich in der gegenwaertigen Umwelt, dem elektronischen Drama, instinktiv zurecht. Ihre Erlebniswelt ist mythisch und voller Tiefe. Darin liegt der Grund fuer die grosse Entfremdung der Generationen. Kriege, Revolutionen und Aufstaende sind Schnittstellen der neuen, von elektronischen Informationsmedien geschaffenen Umwelten.
Wir leben in einer Zeit der Grenzueberschreitungen, der Aufloesung alter Kategorien, des Herumexperimentierens."
Nun ist es amtlich: Der nächste (und letzte) eVideo-Kurs wird am 1. Oktober 2011 starten können. Thema ist Film/Video 2.0 und wir wickeln das Ganze in einem 8-wöchigen Kompakt-"Kurs" ab. Wie bereits an anderer Stelle angemerkt, entspricht dieses "Lern-Adventure" keinem klassischen Kurskonzept, sondern nähert sich sehr stark dem heutzutage erforderlichen dezentralen, konzentrierten Arbeiten an (vgl. dazu: http://edufuture.net/filmvideo-20-ein-kompaktes-lern-adventure).
Ich konnte bereits einige hochkarätige Fachexpert/innen gewinnen, die uns bei dieser kollaborativen Unternehmung unterstützen werden. Und die bislang eingetragenen TeilnehmerInnen lassen ein produktives wie innovatives Arbeitsumfeld erkennen.
Die Zeichen verhärten sich: Im Herbst kann der sechste (und damit wirklich letzte) eVideo-Kurs als 8-wöchiger Kompaktkurs starten. Als Thema haben wir "Film/Video 2.0" gesetzt und dafür ein straffes wie spannendes Programm zusammengestellt. Entlang des gesamten Entstehungs- und Vermarktungsprozesses sollen filmische Produktionen gleich welcher Art mit Blick auf die Verwerfungen durch das sog. Web 2.0 untersucht werden.
Dazu laden wir -wie gehabt- jede Menge interessanter Fachexpert/innen ein, die uns zu den einzelnen Schritten wichtige Hintergrund-Informationen liefern können. Die Expert/innen werden über Storytelling ebenso sprechen, wie über kreative Film-Finanzierungs- und Film-Marketing-Modelle oder den Produktions- und Distributionsprozess. Parallel werden wir erstmals mit der im letzten Jahr von einigen meiner Studierenden entwickelten, agilen Lernumgebung arbeiten (AgileLearn lautet derzeit der Arbeitstitel). Hier lassen sich einerseits MitstreiterInnen für persönliche Herausforderungen finden und andererseits die auf händelbare To-Dos herunter gebrochenen Missionen gemeinsam angehen.
Wie die Sprache bereits suggeriert: Kombiniert mit spielerischen Elementen versuchen wir den von mir vorgestellten Game based Flow-Ansatz ggf. mit Leben zu füllen. Damit soll -idealer Weise- eine Basis geschaffen werden, die die einzelnen Beteiligten auch weiterhin durch ihren lebenslangen Lernprozess (nicht gähnen!) trägt.
Mit anderen Worten: Dieses "Lern-Adventure" wird kompakt, intensiv und agil vonstatten gehen. Parallel werden regelmäßige persönliche Treffen oder Workshops im IRL angeboten und natürlich nutzen wir die diversen Social Networking-Sites. Mein persönliches Lernziel wird sein, endlich Google Plus in meinen Workaround sinnvoll einzubinden - und v.a. den Mehrwert für qualitative Gruppen-Arbeit zu erfahren. Vielleicht werde ich mich auch an ein filmisches Kleinst-Experiment heranwagen - mit Tools, die ich bislang noch nicht benutzte. Mal sehen, ob über den Kurs eine passende inhaltliche Idee heranreift ...
In diesem Sinne: Wer Zeit und Interesse hat, sich an dieser spaßigen Eventreihe zu beteiligen und auch etwas intrinsische Motivation mitbringt, die/der sei eingeladen, sich vormerken zu lassen über das Anmeldeformular der HTW Berlin. Förderungsbedingt sind leider nur BerlinerInnen zugelassen. Eile scheint geboten, da sich über die letzten Wochen bereits einige InteressentInnen auf die Liste haben setzen lassen ...
Weitere Infos unter http://evideo.htw-berlin.de/weblog/evideo-20
Letzthin überlegte ich, ob ich nicht den etwas langatmigen Artikel zu den bildungspolitischen Anforderungen angesichts der Netzwerkgesellschaft auf eine griffige 10-Punkte-Agenda runterbrechen könnte.
Hier ein erster Vorschlag:
Im Rahmen des inForsch-Kolloquiums von Prof. Dr. Bernd Overwien haben wir einen Sammelband zur Kompetenzentwicklung im globalen Wandel erstellt, der viele sehr unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema enthält. Das Buch befindet sich im Druck und wird demnächst per Open Access auch online erhältlich sein.
Meinen Aufsatz stelle ich vorab hier zur Verfügung. Als bibliographischen Hinweis bitte einen Verweis auf die Anthologie mit anfügen: Gritschke et al. (2011): Erkennen - Bewerten – (Fair-)Handeln. Kompetenzentwicklung im globalen Wandel. Kassel, S. 50-68
Kompetenzentwicklung in vernetzten Kontexten. Herausforderungen für die Bildungspolitik.
UPDATE 18. Juli 2011
Das Buch ist jetzt auf dem Buchmarkt erhältlich. Zunächst gegen Zahlung von 24,00 Euro - irgendwann später auch for free als elektronische Ressource per Open Access. Eine Inhaltsangabe und die Möglichkeit zur Buchbestellung findet man hier und hier.
Als Jochen Robes vor einigen Monaten fragte, ob ich im Rahmen von opco11 einen Beitrag zu Game based Learning leisten könne, reagierte ich erst etwas zurückhaltend. Die von mir vermutete Zielgruppe des offenen Kurses ist eine stark in institutionellen Bildungsbezügen verhaftete Personengruppe. Was würde es bringen, ihnen meine skeptische Einschätzung des gesamten Serious Games-Kontextes als Zukunft des Lernens vorzutragen?
Wer hier in diesem Blog im Archiv nach "games" sucht, wird sehen, dass ich mich vor einigen Jahren relativ regelmäßig mit Spielen im Bildungskontext beschäftigte. Im Rahmen des eVideo-Projektes hatten wir uns sogar mehrere Semester lang forschend mit diesem Themenfeld auseinander gesetzt. Schlussendlich gelangte ich persönlich zu der Ansicht, dass die Entwicklung von (selbst intelligenten) Spielen in formellen Kontexten nur schräg daher kommen muss. Games beruhen auf spassiger Freiwilligkeit und diese kann man nicht erzwingen.
Nun gut, wie also auf Robes' Anfrage reagieren?
Ein Bezug zu meinen aktuellen Themen musste her. In den letzten Jahren hatte ich mich forschend eher mit bildungspolitischen Fragestellungen herumgeschlagen. Wie müsste Bildungspolitik eigentlich ausschauen, um die für die Netzwerkgesellschaft benötigten Fähigkeiten und Realitäten konstruktiv zu begleiten? Ich selbst sehe ja eine dringende politische Notwendigkeit, die individuellen wie gesellschaftlichen Fähigkeiten für benutzergenerierte Arbeits-/"Lern-"Umgebungen zu fördern.
In diesem Zusammenhang die spielerischen Mechanismen neu einzuordnen, schien mir eine interessante Herausforderung - oder "Challenge", wie SpielerInnen vielleicht sagen würden. Als Referenz bezog ich mich auf die mir am spannendsten erscheinende Game-Designerin, Jane McGonigal, deren Spielkonzeptionen mir seit Jahren extrem gut gefallen und wenn schon Spiele, dann bitte solche!
Hier also meine (hoffentlich selbsterklärenden) Überlegungen als kleines lineares Klickmonster im Rapid Authoring-Verfahren - quer gebürstet mit meinen Extrakten aus McGonigal's aktuellem Buch: Reality is Broken.
Soeben wollte ich meinen Foliensatz für die nächste opco11-Week auf Slideshare laden (zunächst in privater Ansicht), da wurde auf deren Startseite folgende Top-Präsentation in wunderbar spielerischer Aufbereitung angezeigt:
Mein Eindruck in Zusammenarbeit mit Studierenden ist schon lange, dass viele ihr Studium als schlechteres World of Warcraft ansehen: mit Missions (= Kurse), Tasks (= erforderliche Aufgaben für Schein), Zeitdruck (vor Abgabe oder vor Klausuren), (Credit) Points und Scheine als Badges, die mit Bachelor, Master, PhD als Bonus winken.
Ob dies alles so verwerflich ist, wie es manch Älterem scheint, können wir gerne am Mittwoch diskutieren. Meine Sicht auf die Dinge werde ich morgen an dieser Stelle posten.
Sorry for crossposting. Orginalbeitrag geschrieben für eVideo 2.0
---
Mit etwas Verspätung möchte ich einige Erkenntnisse des vergangenen eVideo-Kurses anführen, die vielleicht auch für andere interessant sein könnten. Gestartet waren wir mit einigen leitenden Fragestellungen für den Kurs, die sich angesichts des Wandels zur globalen Netzwerkgesellschaft abzeichnen. Nicht zuletzt durch die Wirkungsgrade des Web 2.0 verändern sich die Aufgabenfelder des Designs - weg vom Bild genialer GestalterInnen hin zu einem planerischen Brückenbau-Konzept, um Infrastrukturen für kollaborative Gestaltungsprozesse bereitzustellen. An anderer Stelle bin ich diesen Überlegungen etwas ausführlicher nachgegangen.
Was hier bei der Kurs-Reflexion von Interesse scheint, ist die Ambivalenz des “Design Thinking” (DT)-Ansatzes: Zum einen scheint es als Konzept für viele profitorientierte, innovationsabhängige Unternehmen nachgefragt zu werden - um kreativere Lösungen für aktuelle Problemfelder zu finden. Zum anderen wird seitens sozialer Entrepreneure große Hoffnung in DT gelegt, da Innovationen gleich mit Blick auf soziale Nachhaltigkeit initiiert werden könnten. Hier liessen sich die Fähigkeiten der kreativen Klasse, die übrigens eine große Schnittmenge zu sozialen Entrepreneuren aufweisen, gesellschaftlich sinnvoll kanalisieren statt dem schnöden Mammon zu folgen. So die Hoffnung!
Tatsächlich vermochte das DT-Konzept den gestalterischen Auftrag des Designs in das Problembewußtsein einer breiteren Bewegung einzubringen. Kreativität erwächst zum zentralen Hoffnungsträger, um die Probleme der Welt tendenziell lösen zu helfen. Und neue Aufgabenfelder eröffneten sich für die Kreativen. Diese Anbindung kreativer Lösungsmodelle an moderne Branchenentwicklungen wird unterstützt durch die Theorie Richard Floridas zur kreativen Klasse, deren Bedeutung für stadtplanerische Aktivitäten angesagt ist.
Nach Florida’s hochdotierten Vorträgen sind fast alle qualifizierten Berufe des post-industrialisierten Zeitalters der kreativen Klasse zuzuordnen - so benötigt z.B. auch einE ChirurgIn ein gewisses Maß an kreativer Schnitttechnik (nein, Scherz, sie/er benötigt vielmehr auch einen Sinn für kreative Lösungsgestaltung). Und um einen gewissen kreativen Spirit im Umfeld generieren zu helfen, bedürfe es so genannter kreativer Städte oder Metropol-Regionen. So die Theorie. Seitens der Stadtpolitik gilt es demnach, breitere kreative Branchen anzusprechen, da dies die regionale Attraktivität und damit indirekt die Affinität zugunsten des DT-Konzeptes fördere, dies zu Innovationen und "Wachstum" führe etc. pp.. Wir sehen, wie sich der Zeitgeist in sämtliche gesellschaftliche Sub-Kontexte Bahn bricht - und gleichzeitig ein umfangreicher Gentrifizierungsprozess seinen Gang nimmt.
Design 2.0 sollte als Themenfeld all diese Entwicklungen etwas im Blick haben und die Zusammenhänge erkennen zwischen globalen Entwicklungen hin zur Netzwerkgesellschaft, der Ausdehnung kreativer Schnittstellen und den Nutzungspotentialen des Web 2.0, die maßgeblich dazu beitragen, neue Arbeitsformen zu fördern. Mit anderen Worten: Es geht in diesem Themenfeld nicht um Toolschulung. Die Tools sind lediglich Werkzeuge, wie der Name ja bereits sagt. Interessant für Berufstätige wird es erst an der Stelle, die Möglichkeiten der Netzwerkeffekte für ihre persönliche Weiterentwicklung zu verstehen und dann sukzessive zu nutzen. Das setzt natürlich die Kenntnis von kollaborativen und kreativitätsfördernden Tools und Techniken voraus. Aber das zentrale Problem für die Vermittlung bleibt bestehen (trotz aller DT für Education-Toolkits): Niemand vermag Erfolgsrezepte zu beschreiben. Vielmehr bewegt sich jedeR Einzelne derzeit in einem trial-and-error-Prozess, um seine kreativen Potenziale ggf. gewinnbringend einfließen zu lassen. Dies setzt eine gehörige Portion Selbsterkenntnis und Anpassungsfähigkeit voraus, man könnte auch sagen: Anpassungsdruck. Und damit auch Selbstkritik, die Verdrängungsmechanismen der eigenen Aktivitäten für den Kiez zu verstehen und ggf. Möglichkeiten zu diskutieren, welche Aktionsformen uns die neuen Vernetzungspotenziale bieten, die Vorteile zu nutzen und gleichzeitig potenzielle Nachteile möglichst aufzufangen.
In diesem Kontext ist unser Kurs zu verstehen und der Besuch der 3 kreativen Stätten, (ExRotaprint, Uferhallen und Open Design City) einzuordnen, die uns im Winter einen kurzen Einblick in ihre Konzeptionen und Aktivitäten gaben. Vor allem bei den beiden Weddinger Initiativen besteht die Gefahr (und lässt sich bereits an den ersten benachbarten Cafés im Retro-Look ablesen), dass über diese Kiez-Aufwertung ein Gentrifzierungsprozess erfolgt, der letztlich die Mieten steigen lässt und ärmere Schichten verdrängt - bis schließlich die Kreativen selbst in weiter Zukunft sich diese Gegend nicht mehr leisten können. Gleichzeitig entstehen mit diesen Initiativen attraktive Möglichkeiten, sich selbst einen Arbeitsplatz zu schaffen.
Für alle Beteiligten interessant war in diesem Zusammenhang die hypothetische Frage, welche positive Wirkung Social Media (SM) für diesen Prozess haben könnte, da beide Weddinger Projekte bislang ohne SM aktiv sind. Insofern verbanden wir den Besuch mit einigen Fragestellungen, um entlang der besuchten Initiativen die Potenziale von SM auch für sozial verträgliche Individual- oder Netzwerk-Lösungen kleiner Freiberufler/innen oder Firmen eruieren zu können. Diese Fragen versuchten wir anschließend innerhalb des eVideo-Kurses asynchron in diversen Medien zu diskutieren …
Um es kurz zu machen: Mit der asynchronen Kollaboration klappte es noch nicht ganz so gut. Das lag nicht an der konkreten Kurszusammensetzung, sondern scheint für ein grundsätzliches, gesellschaftliches Problem zu stehen. Es ist bekannt, dass gemeinsames Arbeiten für einen altruistischen Zweck den wenigsten Menschen Freude bereitet. Wenn kein unmittelbarer Bezug zur eigenen Arbeit hergestellt werden kann, dann arbeiten viele Menschen vorsichtshalber lieber nicht aktiv mit - oftmals auch, weil befürchtet wird, jemand könne die eigene Idee oder den genialen Gedankengang klauen und gewinnbringend vermarkten. Dieses Verschweigen eines kreativen Impulses, weil jemand anderes davon profitieren könnte, ist aufgrund unseres traditionellen Urheberrecht-Verständnisses so stark verhaftet in unserer Gesellschaft, dass es kaum öffentliche, kollektive Kreativimpulse ermöglicht. Sicherlich, mit DT lassen sich solche Prozesse nach erfolgtem Auftrag mitunter initiieren, aber das Entrepreneurial Design einer anderen Firma/Institution öffentlich zu diskutieren und weiterzuentwickeln, ist vielen fremd. Insofern ist es auch schwierig, hier Lernprozesse anzustoßen, die einen persönlichen Bezug zur Fragestellung ermöglichen könnten. Wir befinden uns im Bildungskontext noch stark in der Konsumierenden-Position und weniger in einer verantwortungsvollen Netz-Position. “Raus aus der Versorgungsmentalität”, um ein beliebtes Bonmot aus anderen Kontexten hier zweckzuentfremden, möchte man am liebsten viele wachrütteln. Fangt an, Euch selbst zu organisieren! Aber gut: dies soll jetzt nicht das Thema sein ... ;-)
Schlussendlich mündeten die verschiedenen Bemühungen, die kollektive Intelligenz der beteiligten Personen zu verbinden, in 3 Aufgabenstellungen, denen wir in der letzten Präsenzveranstaltung gemeinsam nachgingen. Die erzielten Ergebnisse stelle ich als Grafik unkommentiert zur Verfügung, um anschließend meine persönlichen Schlußfolgerungen für die ursprünglichen Fragen kurz anzuführen.
1. Aufgabe:
Soziale Vernetzungen werden meist in ihrem Wirkungsfeld für die interne Organisation von Institutionen diskutiert. Für uns aber interessanter ist die Frage: Welche Funktion und welches Potenzial können soziale Vernetzungen über den Einsatz von Social Media mit Blick auf ihre externe Wirkung übernehmen?
2. Aufgabe:
Social Media werden vorzugsweise über ihren Mediencharakter und damit über ihre Außenwirkung definiert. Für uns interessant war allerdings eher die Frage: Welche Funktion und welches Potenzial können die medialen Aspekte von Social Media mit Blick auf ihre interne Wirkung übernehmen?
3. Aufgabe:
Wenn es im Design nicht mehr darum geht, einen vermeintlichen Schein nach außen zu transportieren: Welche Funktion und welches Potenzial kann die Web 2.0-Kultur an der Schnittstelle von internen und externen Prozessen ausüben - mit Blick auf ein Businessmodell im Einklang mit potenziellen Kunden?
Wie man sieht, explodierten in der Präsenzsession die kreativen Impulse und wir konnten einige schöne Beziehungen finden. Was bedeutet dies für solch kreativen Projekte wie z.B. ExRotaprint und die Uferhallen, die in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung auch nicht wirklich zu vergleichen sind (ersteres eher sozial engagiert mit Nutzungsmix, letzteres eher profitorientiert mit nachhaltigem Anstrich und klar auf die Kreativen fokussiert)?
Greifen wir die den Besuch einleitenden Fragestellungen wieder auf, so lässt sich aus meiner Sicht folgende Assoziationskette formulieren:
Wenn man sich die 6 Schritte des gesamten DT-Prozesses vor Augen führt und sich gleichzeitig die oben angeführten 3 Aufgaben vergegenwärtigt, dann wäre es für zukünftige Projekte sicherlich empfehlenswert, diese jeweils miteinander zu kreuzen.
Die externe Wirkung bestehender sozialer Verbindungen über Social Media schafft vielfältigere Schnittstellen. Damit können nicht nur kreative Synergieeffekte angestossen werden, die neben einem einseitigen Feedback-Kanal auch die aktive Einbindung externer Kreativleistungen von interessierten Personen aus dem Umfeld unterstützen helfen. Es ermöglicht bereits bei der Problemdefinition eine umfassendere Bestandsaufnahme der Umgebungsvariablen und verdichtet sich dann über die folgenden DT-Schritte zu einem Prototypen, der sich grundsätzlich massiv von einem designten Produkt einer “elitären” Initiative unterscheidet.
Jetzt könnte man argumentieren, dass die ausschließliche Organisation des Gestaltungsprozesses erst recht ein elitäres Brainstorming der Social-Media-Personen forciere. Dem sei entgegen gehalten: Diese Ausschließlichkeitsdiskussion, die Offline versus Online stellt, ist eine sehr einseitige Fokussierung - es geht grundsätzlich um die ideale Verbindung der beiden Pole. So kann Social Media über seinen medialen Charakter den InteressentInnen-Kreis erhöhen, um z.B. zu Social Camps o.ä. einzuladen. Auf der anderen Seite können im Anschluss an produktive Präsenz-Meetings kollaborative Online-Instrumente genutzt werden, um in Ruhe asynchron die Arbeit fortzusetzen und qualitativ weiterzutreiben.
Eine Palette an möglichen Social-Media-Instrumenten hatte Nicole ja bereits angeführt. Über diese sehr intensive Zusammenarbeit können sich die sozialen Verbindungen in einem engmaschigen Netzwerk verdichten, die schlußendlich zu fluideren Verbindungen mit dem Umfeld führen. Und damit die Grundlagen schaffen für die Fortsetzung und den Ausbau der nachbarschaftlichen Beziehungen nach Realisierung des Projektes.
Selbstverständlich hätte dieser Öffnungsprozess gravierende Auswirkungen auf die interne Arbeit der eigentlichen Antriebskräfte gehabt. Die Arbeitsorganisation wird komplett umgekrempelt - weniger eMails, mehr vernetztes Arbeiten in den verschiedenen Medienkanälen. Die harte Trennung von intern und extern löst sich auf. Über transparentere Verfahren erfolgt eine Rücknahme des eigenen elitären Anspruchs und eine größere soziale Verantwortung, allen Interessen möglichst gerecht zu werden. Die Rolle des Gestalters transformiert sich hier in die eines Community Managers, der die Netzwerkeffekte produktiv zu nutzen versucht. Gleichzeitig können auch destruktive Kräfte auf die Projektdynamik einwirken. Die Ideen und Menschen können verbal angegriffen werden - das setzt ein souveränes Krisenmanagement auf Seiten der Antriebskräfte voraus.
Sicherlich bedeutet die Integration von Social Media einen Mehraufwand seitens der eigentlichen Antriebskräfte, die aber zu einer größeren Zufriedenheit führen kann, da über die Einbindung der kollektiven Intelligenz ggf. noch bessere Lösungen entwickelt werden können.
Die beiden oben skizzierten Potenziale und Wirkungsmechanismen von Social Media auf die interne wie externe Ausgestaltung des Projektes resultiert zwangsläufig in einem alternativen Businessmodell. Indem Kunden, Mit-/ZuarbeiterInnen, Nachbarn oder potentielle AuftraggeberInnen in den Entwicklungsprozess direkt mit integriert werden, realisiert sich ein “Permanent Beta”-Prozess, wie man ihn bereits von Google kennt. Produkte und Dienstleistungen werden kontinuierlich am Bedarf der NutzerInnen ausgerichtet und weiterentwickelt. Im Austausch entfaltet sich ein generischer Prozess, der eigentlich nur GewinnerInnen kennt und durch die Aushandlung ein maximal zufriedenstellendes Ergebnis für alle Beteiligten entfaltet. Auch diese Entwicklung lässt sich für alle 6 DT-Schritte durchdenken und müßte eigentlich zur Verstetigkeit einer dauerhaft nachhaltigen Lösung beitragen.
Gut, aber was tun, wenn das Projekt bereits erfolgreich ohne Social Media lanciert wurde? Wie könnten die positiven Netzwerkeffekte durch Social Media angestossen werden?
Im Grunde gelten hier dieselben Spielregeln wie soeben beschrieben:
Das Ganze möglichst im strukturierten Verfahren des DT-Prozesses - sprich: Erst einmal einen Rahmen schaffen, über den eine möglichst genaue Problemdefinition maximal kollaborativ erarbeitet werden kann. Und erst dann mit fundierten potentiellen Lösungswegen aufwarten. Allen Ad-hoc-aus-dem-Bauch-Lösungen mißtrauen und langsam aus einem emergenten Bedürfnis heraus mediale Schnittstellen aufbauen.
Natürlich lässt sich mit viel Geld eine große PR-Kampagne aufsetzen und die eigene Marke in den Markt drücken. Aber das ist PR - und keine nachhaltige integrierte Lösung des tatsächlichen Problems.
In diesem Sinne möchte ich es bei diesen ersten Andeutungen belassen. Auf jeden Fall hat mich das Thema gepackt. Im Rahmen von FrolleinFlow werden wir u.a. diesen Fragestellungen in Zukunft weiter nachgehen. Wer sich für solcherart Kreativthemen interessiert: Bitte hier entlang ...
Soviel zum Ergebnis des Design 2.0-Kurses. Puh, ganz schön lang geraten. Sorry for that!
Langsam schaufel ich mir kleine Zeitfenster frei, die wieder mit neuen Projekten gefüllt werden wollen. Wer meinem Twitter-Account folgt, wird festgestellt haben, dass ich Anfang der Woche auf eine Neugründung verwies, an der ich beteiligt bin.
Im Rahmen von FrolleinFlow wird auch dieser eduFuture-Blog eingebunden sein und fortan hoffentlich in kürzeren Abständen aktuelle bildungspolitische Überlegungen posten bzw. über unsere "Lern-"Happenings berichten. Gleichzeitig sortieren wir uns in die allüberall zu beobachtende Versuchsreihe ein, die mit neuen Finanzierungsformaten experimentiert (siehe z.B. die co:funding-Sub-Konferenz der re:publica 11). Im Rahmen dieser modernen Entwicklungen möchte ich auf unser Osterei verweisen, das wir auf FrolleinFlow versteckt haben:
Es sei hiermit garantiert: Es handelt sich um kein Kuckucksei, sondern wir hacken weiterhin die Bildung.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein paar erholsame Feiertage!
Eigentlich wollte ich noch eine Zusammenfassung des Visionsummits 2011 vorlegen, um meine Gedanken zu sortieren und meinen Eindruck zu formulieren. Diese Woche sind aber schon wieder so viele verschiedene Eindrücke auf mich eingeprasselt, dass ich mich schwer tue, die Konferenz der vorletzten Woche singulär zu betrachten. Insofern versuche ich mich nunmehr in Stichwörtern:
Zugegeben, ich habe durchaus auch Probleme mit dieser reformerischen Change-Bewegung, die soziales Engagement mit neo-liberaler Methodik kombiniert und lediglich das reine Profitstreben zu überwinden trachtet. Man baut auf individuelles Engagement und den Habitus des "besseren" Unternehmers, der in den bestehenden Strukturen die Welt ein klein bißchen lebenswerter macht. Das ist charmant wie befremdlich zugleich - gleichwohl muss ich gestehen, dass trotz all meiner Vorbehalte der Spirit und Schaffensdrang eineN schon erreicht, wenn man sich in diesen Kontexten bewegt. Sicherlich, es gibt sie schon, die Momente, in denen man sich in einem Erweckungsritual einer neuen Sekte zu bewegen meint. Aber diese Momente waren kurz, sehr kurz sogar - es überwogen gute, engagierte Vorträge und Workshops. Abgesehen von den "Wir haben verstanden"-Aussagen der Sponsoren, die durchaus große Unternehmen repräsentierten und ihr CSR-Budget hier einfliessen lassen konnten. Deren bemühte Darstellung nebensächlicher Projekte, die im Rahmen eines ansonsten voll am Profitstreben orientierten Unternehmens den Mainstream dieser neuen Bewegung zu umwerben suchen - gut, geschenkt. Aber: Was ich mitnehme von dieser Konferenz, sind einige Keynotes einiger Redner (klar, nur (!) Männer), die einem wirklich Motivation mit auf den Weg gaben und demonstrierten, welche Kraft in modernen "Entrepreneuren" stecken kann. Allen voran möchte ich dabei auf die engagierten Vorträge von Gunter Pauli (The Blue Economy) und Götz Werner (Grundeinkommen) hinweisen, die Wege aufzeigten, wie gesellschaftliche Verantwortung von und durch UnternehmerInnen übernommen werden könnte. (Die Aufzeichnungen sollen bald online verfügbar sein - unbedingt anschauen!!!). Und ich möchte auf das Social Lab Köln hinweisen, die in einer sog. Bildungskette verschiedene außer-institutionelle Bildungsprojekte vereinen und im ehemaligen 4711-Haus institutionell neu zusammenführen, um verschiedene Synergien herzustellen und eine Professionalisierung zu erreichen über Networking, Beratungsleistungen und Finanzierungsunterstützung. Ein interessantes Projekt, das mich aber zu folgenden Überlegungen führte: In den letzten Jahren kann man ja beobachten, wie eine Vielzahl an privat initiierten Bildungsprojekten aufkommen, die die Lücken des herrschenden Bildungssystems punktuell zu schließen versuchen. Dabei entstanden wirklich gute, hilfreiche und sinnvolle Angebote im Profit- wie Non-Profit-Sektor, die ich gar nicht kleinreden möchte. Aber - auch wenn man versucht, diese Entrepreneur-Initiativen in neuen Meta-Strukturen zu vereinen, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen: An den Strukturen des Bildungssystems verändern sie leider nichts. Zwar durchlaufen vielleicht über diesen Weg etwas mehr Kinder und Jugendliche erfolgreich dieses antiquiert erscheinende (Hoch-)Schulmodell. Inwiefern wir über diesen Weg aber die wahre Ursache bekämpfen helfen, möchte ich bezweifeln. Eher wird das System stabilisiert, weil sich zwischenzeitlich eine ganze Industrie rund um diese unsäglichen "Bildungslücken" konfiguriert und entsprechend eine Lobby aufbaut, die sich als modernes Bildungsmodell positioniert. Zu diesem Punkt habe ich mich ja schon häufiger ausgelassen und in nächster Zeit werde ich dazu dezidierter Stellung beziehen. Für den Übergang möchte ich den exzellenten Vortrag von @wilddueck empfehlen, den er vorgestern auf der re:publica 11 hielt und der zentral für ein neues Bildungssystem entlang der "Y-Theorie" plädierte, statt die alte "X-Theorie" der Wissensvermittlung mit abschließender Prüfungsleistung fortzuführen. 50 Minuten Video, die man sich gönnen sollte, weil sie jedem Ansätze bieten können, wohin die individuelle wie gesellschaftliche Reise gehen müsste (übrigens sehr unterhaltsam vorgetragen!).
Sorry für Crossposting (urprünglich im eVideo-Blog erschienen) ...
---
Im April startet der neue eVideo-Kurs zum Thema Business 2.0. Cloud-Hopping zwischen Social und Network. In den vergangenen Semestern beschäftigten wir uns mit den Auswirkungen der modernen Netzentwicklungen auf die Sub-Kulturen Gaming, Marketing, Identität und Design. Nun konzentrieren wir uns auf das Business – eine grobschlächtige Querschnittsdisziplin und gleichzeitig zentraler Motor der arbeitsteiligen Netzwerkgesellschaft. Welchen Einfluss hat das sogenannte Web 2.0 auf die Gestaltung von modernem “Business”? Und für unseren eVideo-Kontext bedeutet dies: Welche Konsequenzen folgen daraus für die Arbeit kleiner Selbstständige und kreativer Personen?
Nun haben wir bei unserer Beschäftigung mit Design Thinking-Prozessen gelernt, dass die schwierigste Aufgabe oftmals ist, das eigentliche Problem erst einmal zu definieren, bevor man sich über potenzielle Lösungen überhaupt Gedanken machen sollte. Gängige Praxis ist dies im Alltagsgeschäft leider nicht. Die allermeisten Lösungsversuche investieren das Gros ihrer Zeit damit, andere von ihrer Lösungsidee zu überzeugen, statt sich wirklich mit dem Problem zu beschäftigen.
Entsprechend verwundert es kaum, wenn in der derzeit neo-liberal dominierten Weltökonomie das aktuell tagende World Economic Forum in Davos bei der Suche nach der Zukunft des Unternehmens selbstgerecht selbstkritisch konstatiert:
“Although capitalism is unparalleled at meeting human needs, companies are increasingly perceived to be prospering at the expense of the broader community.”
Die Lösung schwingt also gleich bei der Problemstellung mit – man sucht wenig ergebnisoffen nach neuen Antworten, winkt aber gleich mit dem Ergebnis:
“How should the modern enterprise be reshaped to create shared value that enhances its competitiveness while advancing the economic and social conditions in the communities in which it operates?”
Aber ist dies die zentrale Problemstellung? Nicht dass wir Interesse hätten, hier einen nationalökonomischen Theoriezirkel zu eröffnen. Aber um die aktuellen Diskussionen und voraussichtlichen Entwicklungen im Business-Sektor verstehen zu lernen, sollten wir vielleicht etwas tiefer graben. In SPON wurde Zhu Min, der ranghöchste Vertreter Chinas in Davos zitiert, der nach dem ökonomischen Modell der Zukunft fragte angesichts der globalen Attraktivität des westlichen Lebensstils, der aber realistischerweise nicht von allen Menschen gelebt werden könne. Eine hochinteressante Frage, wie ich finde, deren Beantwortung seitens der anderen staatlichen VertreterInnen mich wirklich interessieren würde. (Randbemerkung: Hier wieder ein schönes Beispiel, wie professioneller Journalismus funktioniert: Der SPON-Artikel ist mehr-oder-weniger identisch mit einem Artikel der BBC, der allerdings vom amerikanischen Lebensstil spricht …).
Wie auch immer: Wie drängend die Probleme sind, zeigen die derzeitigen Entwicklungen im Nahen Osten (siehe aktuell Ägypten), die angetrieben werden von einer vernetzten, gut gebildeten, jungen Underdog-Schicht. Indem sie nachhaltig ihre Rechte einfordern und zugunsten eines demokratischeren staatlichen Verbundes kämpfen, werden sie sich im zukünftigen politischen Alltagsgeschäft wohl gegen islamistische Fundamentalisten, die die Ungebildeten einsammeln, zur Wehr setzen müssen. Der Westen versinkt derweil in einer Legitimationskrise und die hegemonialen machtpolitischen Interessen zerschellen an den vordergründig hergetragenen westlichen Werten. Derweil blockt China die Übertragung der Unruhen von Al Jazeera – also “same procedure as every year”?
Was hat das alles mit Business 2.0 zu tun? Ich denke vieles, denn die Problemstellungen bahnen sich derzeit allüberall ihren Weg. Vorangetragen durch das netzwerkbedingte Lauffeuer in Twitter und Facebook demonstriert eine wahrhaftige Weltgesellschaft ihre Zusammengehörigkeit und wir müssen nun alle überlegen, wie wir denn miteinander Geschäfte machen wollen und können. “Business as usual” scheint nicht mehr angesagt – statt dessen kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass wir zunächst alle Menschen ins Netz integrieren müssen. Der Bedeutung des Internetzugangs für die Weltbevölkerung kommt eine ungeheuer grosse Kraft zu, will man nicht archaischen Machtmenschen vor Ort die Kontrolle überlassen – oder wie es der Politikberater Peter Daou ausdrückte:
Aber angesichts der Oligopolie von Telcos und Netzkabel-Betreibern und den kommerziellen sozialen Netzwerken ahnen wir langsam, wie notwendig es ist, die Infrastrukturen zu demokratisieren. Gemeinsame Satellitenanlagen vermögen vielleicht einen ersten Schritt darstellen, allerdings in meinen Augen nur basisdemokratisch kontrolliert. Gleichzeitig gilt es die Internet Governance demokratisch zu legitimieren, weil solche Aktionen wie die derzeit von der US-amerikanischen Regierung inszenierte Hexenjagd auf Wikileaks (und ich möchte jetzt nicht über deren selbstverliebte Inszenierungen sprechen!) ja gar nicht zu billigen sind.
OK, Business 2.0 ist das Thema, ich weiss. Aber wir befinden uns bereits mitten in der Diskussion. Es geht also nicht darum, “Business as usual” mit neuen Technologien oder neuen sozialen Medien lediglich effizienter zu betreiben. Wenn man diese Überlegungen konsequent weiterdenkt, geht es im Grunde darum, völlig neue Geschäftsbeziehungen und -prozesse zu entwickeln, die nicht auf der Ausbeutung von Mensch und Natur basieren, sondern sich netzwerkbasiert im sozialen Ausgleich zum Vorteil aller direkt wie indirekt Beteiligten auswirken. Gut, klingt sehr idealtypisch, aber letztlich wird man sich als kleineR FreiberuflerIn und befristet AngestellteR nur so verorten können in dieser schönen neuen Netzwerkgesellschaft. Wie kann man sich selbst als signifikanten Netzwerkknoten aufbauen, so dass man einen Beitrag leisten kann in diesen vernetzten globalen Tauschprozessen – sowohl materiell wie ideell? Letztlich geht es uns um die Möglichkeiten, die sich durch die web-medialen Entwicklungen für kleine Selbstständige ergeben, sich einzubringen in die zentralen Fragestellungen, wie wir denn zukünftig leben und arbeiten wollen und können.
Da werden wir nicht alle auf dieselben Antworten stossen, aber im Kurs können wir versuchen eine Projektionsfläche aufzubauen, vor der wir uns kollaborativ den zentralen Fragen annähern. Wir werden uns ExpertInnen einladen, um die verschiedenen Diskussionsstränge kennenzulernen:
Dies sind also die drei zentralen Ausläufer, mit denen wir uns beschäftigen möchten, um diese aus Sicht kleiner Selbstständiger der kreativen Klasse zu analysieren. Um es kurz zusammenzufassen, werden wir uns in dem Kurs darauf konzentrieren,
Dies nur als Vorschlag, versteht sich In unserem offenen Kurskonzept kann natürlich jedeR den selbst gesetzten Fragestellungen nachspüren und sich im kollektiven Verbund einbringen. Insofern bin ich gespannt, welche Sichtweisen hier aufeinander stossen.
Um diese wunderbaren Überlegungen von @digiom für die Nachwelt zu archivieren, hier der entsprechende Twitter-Stream ...
Der Parcours kann starten. Die AG Automobil umfasst 5 Personen, die AG Kommunikation ist mit 8 Personen unterwegs und AG Recherche sitzt mit 6 Leutchen im Oberholz. Alle anderen haben abgesagt.
Bin gespannt und wuensche viel Spass :-)
Gibt es andere Berufe, die sich einem ähnlich radikalen Wandel ausgesetzt sehen wie die Filmschauspielerei? Oder hat das gar nichts mehr mit klassischem Schauspiel gemein?
Humane Bewegungsmuster als funktionale Komponenten einer digitalen Leistungsschau? - in 3D, versteht sich! Auf jeden Fall interessant zu beobachten im Umbruchzeitalter - The Making of Tron Legacy: